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Nachtrag zum Buch "Der DXF-Standard"


VG-Wort Access-ZählmarkeDas Buch "Der DXF-Standard" (erschienen bei Rossipaul Medien, ISBN 3-87686-246-9) beschreibt die DXF-Version AC1009, wie sie von AutoCAD Release 12 definiert wird. Bei der Veröffentlichung des Buches im Juni 1993 war dies die neueste DXF-Variante.

Ende 1994 erschien die Nachfolgeversion zu AutoCAD Release 12, das Release 13. Wie bei jedem anderen Releasewechsel wurde auch hier die interne Datenstruktur von AutoCAD verändert, wodurch sich auch der Inhalt der zugehörigen DXF-Datei veränderte.

Hinweis: Zum Buch "Der DXF-Standard" haben wir, die Autoren, eine überarbeitete Neuauflage veröffentlicht. Diese trägt den Titel "DXF intern" und enthält neben Fehlerkorrekturen auch einen Anhang über neuere DXF-Versionen (eine überarbeitete Fassung dieses Texts). Wenn Sie sich für neuere DXF-Versionen im Detail interessieren, so sei Ihnen außerdem das Buch "AutoCAD-Objekte" von Dietmar Rudolph empfohlen. Dieses beschreibt die Elemente der AutoCAD-Versionen 13, 14, 2000 und 2000i in allen Details sowie ihre Speicherung in DXF, AutoLISP, ActiveX und ObjectDBX.

AC1012 (AutoCAD Release 13)

Das große Problem bei der mit Release 13 veröffentlichten DXF-Version AC1012 ist jedoch der Umfang dieser Änderungen. AC1012 ist praktisch ein neues Datenformat. Es besitzt zwar immer noch die hier beschriebene zweizeilige Gruppenstruktur, aber damit enden schon fast die Gemeinsamkeiten.

In der Konsequenz bedeutet dies, daß ein für AC1009 geschriebener DXF-Filter Binärdateien aus AutoCAD Release 13 überhaupt nicht lesen kann. ASCII-Dateien aus Release 13 kann ein sehr gut geschriebener Filter für AC1009 zwar lesen, wenn er aber alle unbekannten Informationen überliest, bleibt nur noch ein kleiner Bruchteil der Information erhalten.

Das übliche Verhalten wäre nun, alle DXF-Konverter auf den aktuellen Stand zu bringen, so daß Sie wieder jedes Element aus jeder beliebigen DXF-Datei lesen können. Nur - unabhängig vom nötigen Arbeitsaufwand geht es nicht!

Undokumentierte Elemente

Eine DXF-Datei aus AutoCAD Release 13 enthält neben den gewohnten Linien, Kreisen und Texten eine Vielzahl neuer Elementtypen. Einige davon wie Ellipsen oder Strahlen sind relativ leicht zu durchschauen. Wir werden Sie Ihnen auf den nächsten Seiten vorstellen. Andere Elemente wie Textblöcke und Linienfamilien sind erheblich komplizierter und erfordern einen kaum vertretbar hohen Implementationsaufwand.

Um die Sache weiter zu erschweren, enthält eine DXF-Datei aus AutoCAD Release 13 undokumentierte Elemente. Dazu gehören beispielsweise OLE-Objekte und 3D-Festkörper. Sie werden in der DXF-Datei 3D-Festkörper finden, werden aber nicht entschlüsseln können, ob es sich um eine Kugel oder einen Quader handelt.

Dabei ist es nicht mehr so wie in alten DXF-Versionen, wo in der mangelhaften Dokumentation schlicht vergessen wurde, eine Eigenschaft zu beschreiben. Nein, diese Elemente wurden mit vollster Absicht nicht dokumentiert, ja sogar verschlüsselt, damit Sie sie nicht verstehen.

Der Grund ist, daß in dem eigentlich offenen System AutoCAD nun ein geschlossener und propietärer Modellierkern verwendet wird. Dieser Kern (ACIS) wurde nicht von Autodesk entwickelt, sondern von Spatial Technology lizensiert. Spatial hielt diese Technologie zum Zeitpunkt der Freigabe von Release 13 noch geheim. Erst in letzter Zeit is das Spatial-Dateiformat frei verfügbar.

Spatial-Dateiformat SAT

Unbekannte Elemente

Aber auch damit nicht genug! Mit der DXF-Version AC1012 ist es zulässig, beliebige eigene ja, eigene! Elemente zu definieren. Das bedeutet, daß eine DXF-Datei aus Release 13 beispielsweise Elemente namens BUCH, BLEISTIFT, COMPUTER oder DRADNATS-FXD enthalten kann. Üblicherweise stammen diese Elemente dann von in AutoCAD integrierten Zusatzprodukten.

Diesem Element kann auf dem Originalsystem eine graphische Darstellung (Buch, Bleistift, Computer) zugeordnet sein. Allerdings weiß außer dem Quellsystem niemand, welche! Selbst ein anderes AutoCAD-System kann die DXF-Datei zwar laden, aber nicht darstellen (wenn dort nicht dieselben Zusatzprodukte installiert sind). Und dabei war das bisher der finale DXF-Test.

Das im Kapitel über erweiterte Elementdaten besprochene Problem (Wenn Sie sie nicht dokumentieren, kann sie keiner nutzen.) erweitert sich nun auf graphische Details. Der unbedarfte Anwender kann auf seinem AutoCAD-System eine korrekte, gültige und auf exakt diesem System wieder darstellbare DXF-Datei erzeugen. Und doch kann selbst der beste DXF-Konverter der Welt die Graphik (geschweige denn das Modell) nicht wiedergeben, weil er zu den gefundenen Elementen keine Geometrie kennt. Die oben beschriebenen Probleme mit OLE-Objekten und 3D-Volumenmodellen bilden nur den Anfang, zeigen aber deutlich die Konsequenzen.

Wo bleibt der Sinn?

Wo aber ist der Sinn in einem Datenaustauschformat, bei dem der einzige Austauschpartner ich selbst bin? Das fragen wir uns auch. Mit AutoCAD Release 13 ist DXF dort angelangt, wo es im Jahre 1982 begonnen hat: ein Datenaustausch von AutoCAD nach AutoCAD, schlimmer noch: ein Datenaustausch von einem AutoCAD-Arbeitsplatz zum selben AutoCAD-Arbeitsplatz.

Die Autoren sind deshalb der Meinung, daß diese Überarbeitung des DXF-Formats zwar einige nützliche Erweiterungen bietet, insgesamt jedoch viel mehr Probleme schafft als löst. Wir können jedem Leser nur dringend raten, die hier vollständig beschriebene Version AC1009 komplett zu implementieren, die Version AC1012 jedoch zu ignorieren. Sie sollten lediglich sicherstellen, daß Ihr Konverter auch eine dieser neuen Versionen lesen kann. Es reicht jedoch vollständig, wenn Sie Dateien des Typs AC1009 schreiben und die in diesem Typ definierten Elemente erkennen und auswerten.

Wir würden gern hoffen, daß Autodesk, Inc. als Verantwortlicher diese Probleme erkennt und dieses neue Format in absehbarer Zeit zu Ende definiert. Leider aber hat Autodesk, Inc. mit dieser neuen Version aufgehört, Definierender des DXF-Formats zu sein. Wenn jeder Entwickler von AutoCAD-Zusatzprogrammen eigene DXF-Elemente definieren darf, warum nicht auch ein anderer CAD-Anbieter?

Wir fürchten, daß sich dieser Wildwuchs nicht mehr eindämmen läßt. Wir empfehlen deshalb dringend, AC1012 zur Kenntnis zu nehmen, sich jedoch auf das im Buch "Der DXF-Standard" definierte Format AC1009 zu beschränken.

Grundsätzliche Änderungen
Elementeigenschaften
Änderungen im Abschnitt HEADER
Änderungen im Abschnitt TABLES
Änderungen im Abschnitt BLOCKS
Änderungen im Abschnitt ENTITIES
Der Abschnitt OBJECTS
Der Abschnitt CLASSES

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Last modification: 01.04.2011