Auf dem EuroVelo 6 vom Rhein zum Atlantik

VG-Wort Access-ZählmarkeKurzfassung einer Tandemtour quer durch Frankreich, gefahren im September 2007

Dietmar Rudolph, tandem@crlf.de, 1. 10. 2007

Dietmar und Susanne vor dem Schloss Chambord

Start: Karlsruhe/D, Ziel: St. Nazaire/F, Dauer: 22 Tage, Länge: 1570 km

Tandem: Santana 26-Zoll (plus Einzelrad), Gepäck: 35 kg (inkl. Zelt, Schlafsäcke, Luftmatrazen) für drei Personen plus Getränke. Übernachtung zumeist auf öffentlichen Campingplätzen, in größeren Städten auch in Hotels.

Vers la mer / La Loire à Vélo / EuroVelo 6

Nachtrag: Inzwischen gibt es Kartenmaterial speziell für diese Strecke: EuroVelo 6 - vom Atlantik bis zum Rhein per Rad: Atlantic - Basel 1 : 100 000

Karlsruhe - Mulhouse (Rheinradweg)

Den Rheinradweg von Essen bis nach Karlsruhe hatten wir schon vor einigen Jahren zurückgelegt. Deshalb wurde als Startpunkt für unsere Frankreichdurchquerung Karlsruhe ausgewählt. Außerdem ließ sich so günstig ein Verwandtenbesuch unterbringen. Von Karlsruhe bis Mulhouse folgten wir dem Rheinradweg, größtenteils auf der französischen Seite, also linksrheinisch. Lediglich zwischen Iffezheim und Drusenheim benutzten wir die Wege auf der deutschen Seite, weil linksrheinisch kein Campingplatz zu finden war.

Der Rheinradweg ist zumindest auf der französischen Seite gut ausgeschildert, durchgehend asphaltiert und oft autofrei. Auf dem kurzen rechtsrheinischen Stück war die Beschilderung verwirrend und der Weg verlief auf einem alten Deich, eng und unbefestigt. Man kann auch direkt am Ufer fahren, ebenfalls Schotter, aber breit. Diese Alternative ist aber nicht beschildert.

Bis Strasbourg führt der Weg zumeist auf dem Rheindeich bzw. den zurückliegenden Hochwasserdeichen. Die Durchfahrt von Strasbourg ist dank breiter Radwege und guter Beschilderung problemlos. Ab Strasbourg folgt der Radweg die ersten 20 km dem Canal du Rhône au Rhin, der uns auch später noch oft begleiten sollte. Ab Boofzheim folgt der Rheinradweg dann kleinen, zumeist wenig befahrenen Straßen. Die Einfahrt nach Mulhouse ist ebenfalls recht problemlos, einfach der Beschilderung des Radfernwegs Freiburg-Mulhouse folgen.

Mulhouse - Dole (Canal du Rhône au Rhin, Doubs, Vers la mer, EuroVelo 6)

In Mulhouse sollten wir eigentlich auf den ausgeschilderten Radfernweg EuroVelo 6 stoßen. Dieser folgt dem vorgenannten Canal du Rhône au Rhin und den Flüssen Ill und Doubs. Wir folgten in Mulhouse der Radwegbeschilderung Richtung Hochstatt. Dieser Radweg bleibt allerdings nördlich der Ill und verliert sich dann im Nichts. Es gibt jedoch auch einen gut ausgebauten Radweg direkt am Kanal entlang, allerdings dann südlich der Ill. Auf diesen stießen wir dann eher zufällig in Zillesheim.

Hat man den Kanalweg erst einmal gefunden, ist die Überquerung der Wasserscheide Nordsee-Mittelmeer völlig unproblematisch. Der Weg ist perfekt ausgebaut, mit Ortsschildern und Entfernungsangaben und teilweise bereits mit dem Zeichen des EuroVelo 6 beschriftet. Zusätzlich gibt es eine ältere Beschilderung Vers la mer, mit der 1999 ein Radweg von Strasbourg nach Saintes-Maries-de-la-Mer in der Camargue beschildert wurde. Es empfiehlt sich, auf diese blauen Aufkleber zu achten, die sich meist an Verkehrsschildern befinden. Allerdings führt Vers la mer nicht automatisch auf die nach 1999 entstandenen Radwege.

Ab Montbeliard folgt der Kanal dem Fluss Doubs, so dass der Radweg teils am Kanal, teils am Fluss und teils auf der parallel laufenden, wenig befahrenen Landstraße geführt wird. Im Herbst 2007 waren einige Abschnitte im Departement Doubs noch nicht fertig gestellt. Teilweise sind sie im Bau, teilweise wohl nur in Planung. Auch wenn noch keine Beschilderung vorhanden ist, kann der Radweg schon fertig sein. Von Ste. Suzanne bis Colombier-Fontaine haben wir keinen Weg gefunden und die N463 genommen (bergig, aber relativ verkehrsarm). Allerdings gibt es wohl auf dem anderen Kanalufer eine begleitende Straße. Ab Colombier-Fontaine gibt es asphaltierten Kanalweg. Zwischen Pompierre und Clerval fehlt noch ein wichtiges Stück fahrbarer Uferweg.

Der Radweg entlang des Kanals bzw. des Doubs ist sehr schön zu fahren. Selbst dort, wo er noch nicht fertig ist, vermisst man ihn kaum, weil die parallel zum Fluss verlaufenden Landstraßen sehr wenig befahren sind. Im Großen und Ganzen ist der Kanalweg bis Dole weitgehend fertig oder in Arbeit. Besonders witzig ist der Kanaltunnel in Besançon, dem auch der Radweg folgt. Da auf dem Kanal viele Freizeitkapitäne unterwegs sind, ist auch die Infrastruktur auf Touristen ausgelegt.

Dole - Chalon-sur-Saône (Canal du Rhône au Rhin, Saône, Vers la mer, EuroVelo 6)

In Dole jedoch konnten wir nicht feststellen, wo der Weg weitergehen sollte. Wir fanden keine Beschilderung und irgendwie ging es in alle Richtungen entweder in Industriegebiete oder bergauf. Nach mehreren Versuchen entschieden wir uns für bergauf und fuhren über Foucherans und Damparis nach Abergement, wo wir wieder auf den Kanal trafen. Hier gibt es einen, wenn auch geschotterten Kanalweg, der wohl auch bis Dole reicht. Wir haben ihn nur nicht gefunden. Eine Beschilderung ist in diesem gesamten Abschnitt nicht zu finden.

Der Rhône-Rhein-Kanal verlässt in Dole den Doubs und wechselt ins Tal der Saône. Dort angekommen, führt ein Radweg am Saône-Ufer entlang. Dieser ist teilweise asphaltiert, teilweise geschottert, teilweise auch grasbewachsen. In Losne die Uferstraße auf der für den Verkehr gesperrten kleinen Straße Richtung Chaugey (Ancienne Route de Seurre) verlassen, denn nur hier kann die Bahnlinie gekreuzt werden. In Chaugey kann man zurück ans Ufer. Von Seurre bis Verdun empfiehlt sich die kaum befahrene D154. In Verdun die Brücke Richtung Bragny nehmen. Hier beginnt wieder ein teilweise sogar beschilderter Radweg (Voie Verte), der bis kurz hinter Gergy führt und dann unvermittelt endet. Ab hier die alte D5 über Sassenay und Crissey nehmen. Am Ortseingang von Chalon-sur-Saône hinter der Kanalbrücke rechts halten (Rue Louis Jacques Thenard) und Radweg-an-Straße durch das Industriegebiet fahren. Am Ende trifft man auf den Canal du Centre, der uns über die nächste Wasserscheide hilft.

Chalon-sur-Saône - Digoin (Canal du Centre, EuroVelo 6)

Um vom Saône-Tal, das zum Mittelmeer führt, in das Loire-Tal Richtung Atlantik zu kommen, bildet der Canal du Centre sowohl für Freizeitkapitäne als auch für Radler den einfachsten Weg. Der Kanal führt von Chalon-sur-Saône 20km nord-westlich bis nach Chagny, dann 80km süd-westlich nach Paray-le-Monial, um dort wieder die Richtung zu wechseln und nach 115km bei Digoin auf die Loire zu stoßen. Bis St. Léger gibt es einen hervorragend ausgebauten Radweg direkt am Kanal entlang. Ab hier kann man der wenig befahrenen D974 folgen, die direkt am Kanalufer entlang geht. Ausgeschildert ist der Weg von St. Léger nach St. Julien jedoch über St. Jean, St. Bérain, Morey und Fangey. Dieser Weg ist zwar fast autofrei, aber geht auch heftig bergauf.

Von Ecuisses nach St. Laurent wird man ebenfalls vom Kanal weggeführt, hier ist der Umweg aber relativ kurz und einfach. Bis kurz vor Montceau-les-Mines ist die Uferstraße D974 ausschließlich den Radfahrern vorbehalten, während der Autoverkehr über die parallel laufende Nationalstraße geführt wird. In Blanzy zeigt die Radwegbeschilderung wieder vom Kanal weg. Man wird weiträumig um die Industriestadt Montceau-les-Mines herum geführt. Dies ist zwar lobenswert, aber die ausgeschilderte Strecke geht bergauf-bergab, kreuz und quer durch Vororte und über Feldwege. Vor St. Vallier muss man eine Straße mit langer, fast 20%iger Steigung hinauf, die bezeichnenderweise Avenue de Stalingrad heißt. Immer wenn man fast im Tal ist, wird man den nächsten Berg hinaufgeschickt. Wir sind deshalb ab Ciry-le-Noble wieder der Kanalstraße D974 gefolgt, auf der nur alle paar Minuten ein Auto fährt.

Kurz vor Paray-le-Monial beginnt wieder ein sehr gut ausgebauter Radweg, der dem Kanal auch über die Loire hinweg folgt, dann aber hinter der Kanalbrücke von Digoin unvermittelt endet.

Digoin - Nevers (Canal latéral à la Loire, Loire, EuroVelo 6)

In Digoin trifft der Canal du Centre auf die Loire. Da diese aber nicht schiffbar ist, wird der Kanal über die Loire geführt und folgt dann dem Fluss auf dem linken Ufer. Er heißt nun Loire-Seitenkanal (Canal latéral à la Loire). Bis Nevers gibt es im Loiretal keinerlei Radwege. Angeblich exisitert eine ausgeschilderte Strecke von Digoin bis Cronat, die jedoch weit vom Fluss entfernt durch die Berge führt und sogar in den Karten des Touristenbüros als steil bezeichnet ist (die 20% von St. Vallier waren es nicht).

Im Loiretal selbst hat man auf diesem Stück zwei Möglichkeiten: Kanalweg oder Landstraße. Der Wirtschaftsweg am Kanal entlang ist nur in der Nähe von Schleusen asphaltiert, ansonsten Schotter, teilweise nur Gras. Er lässt sich fahren, macht aber mit Tandem und Gepäck wenig Spaß, weil man ständig um Löcher herumfahren muss. Die den Kanal begleitende Landstraße (N2079, D15, D116, D13) ist recht gut befahrbar und hat zumeist wenig Verkehr (<100 Autos/Std.), selbst wo sie als Nationalstraße bezeichnet ist. Teilweise gibt es zwischen Kanal und Loire auch noch kleine asphaltierte Feldwege, die einzelne Höfe verbinden und sehr gut zu fahren sind, beispielsweise im Bereich von St.-Martin-des-Lais.

Sehr viel Verkehr gab es nur auf dem Stück zwischen Decize und Nevers. Dies lag aber an ungeschickter Terminwahl, da just an diesem Samstag in Magny-Cours das berühmte 24-Stunden Motorradrennen stattfand und sich die Zuschauer zuvor auf den Landstraßen austoben mussten. Wir zogen deshalb den unbefestigten, aber ruhigen Kanalweg vor. Von Nevers bis zur Kanalbrücke über die Allier gibt es wieder einige Kilometer gut ausgebauten Radweg am Kanal entlang.

Nevers - Sully-sur-Loire (Canal latéral à la Loire, Loire, EuroVelo 6)

Der Kanalradweg führt über die Allier-Brücke und endet dann unvermittelt hinter der Schleusenanlage. Ab hier hat der Reiseradler zumeist drei Möglichkeiten: den unbefestigten Kanalweg (bis Briare, wo der Kanal endet), die mehr oder weniger befahrene Landstraße oder den Hochwasserdeich der Loire. Auf der Deichkrone existiert ein für Autos gesperrter, geschotterter Weg, der zumeist mit dem Rad gut befahrbar ist. Hier wird wohl auch die endgültige Trasse des Loireradwegs verlaufen, denn einige Abschnitte sind bereits fertig hergerichtet und für Radfahrer explizit freigegeben. Zwischen Cosne-Cours und Châtillon gibt es sogar schon Radwegweiser.

Wir sind bis kurz hinter Marseille-les-Aubigny auf dem Loiredeich gefahren, dann kleine Landstraßen über Argenvières, Bourg, Fauveaux, Chêne und Couarges. In St. Satur wechselt man sinnvollerweise auf das rechte Loire-Ufer, denn von der D242 zweigt nach wenigen Kilometern ein beschilderter Radweg ab, der in Cosne-Cours wieder auf die linke Seite zurückführt. Bei Châtillon verliert sich dann die Beschilderung wieder, aber bis Lion-en-Sullias kann man problemlos die D951 fahren. Ab dort geht es auf dem asphaltierten Deichweg entlang.

Sully-sur-Loire - Nantes (Loire, La Loire à Vélo, EuroVelo 6)

In Sully beginnt der bekannte Teil des Loiretals. Er ist als Weltkulturerbe der UNESCO anerkannt und touristisch sehr gut erschlossen. Dies gilt auch für Radtouristen. Praktisch die gesamte Strecke zwischen Sully und Nantes ist mit La Loire à Vélo beschildert, wobei zwischen einer weißen, endgültigen Beschilderung und einer gelben, vorläufigen Beschilderung unterschieden wird. Als vorläufig sind dabei Abschnitte bezeichnet, die teilweise über unbefestigte Wege oder über Landstraßen führen. Die Beschilderung ist sehr gut, so dass man Karten nur zur Vergewisserung benötigt. Auch die im bikeline-Führer als Loire-Radweg beschriebene Strecke stimmt weitgehend mit der Beschilderung überein, so dass man den bikeline-Führer nur für die ergänzenden Beschreibungen der Schlösser und Städte braucht.

Insbesondere im Bereich der größeren Städte wie Orléans, Tour oder Angers wurden in letzter Zeit neue und sehr gute Radverkehrsanlagen geschaffen, die weder auf den Karten noch im bikeline-Führer zu finden sind. Deshalb immer möglichst der Beschilderung folgen. Der Loire-Radweg führt teilweise autofrei über separate Wege, teilweise über asphaltierte Feldwege, selten über Landstraßen und wenn, dann über wenig befahrene.

In St.-Dyé-sur-Loire empfiehlt sich unbedingt ein Abstecher zum Schloss Chambord, auch dies ist ein gut ausgebauter und beschilderter Radweg. Problematisch ist die Streckenführung in Candé-sur-Beuvron. Hier muss man den Fluss Beuvron kreuzen. Dazu gibt es nur eine Brücke, hinter der sich die Radwege teilen. Die Radwegbeschilderung geht Richtung Valaire, bikeline schickt einen über Pieuse auf den Berg. Am Ufer entlang gibt es einen unbefestigten Weg, der gut beginnt und dann immer schlechter wird. Als letzte Alternative gibt es die D751, die allerdings einigen Autoverkehr hat. Wir haben nicht alle vier Wege ausprobiert. So oder so kommt man zum Schloss Chaumont, wo besonders die Gartenausstellung Festival des Jardins sehenswert ist. Überquert man anschließend die Loirebrücke Richtung Onzain, so empfiehlt es sich, nach dem Bahnübergang links abzubiegen (Chemin du Roy) und dann entgegen der Wegweisung an der Bahnlinie zu bleiben. Die Feldwege sind asphaltiert und leiten einen sicher nach Amboise.

In Amboise haben wir den Loire-Radweg verlassen und einen Abstecher zum Schloss Chenonceaux gemacht. Auch diese Strecke ist als Radweg ausgeschildert, führt aber über einige unnötige Höhen. Man kann auch einfach auf der D81 bleiben. Zurück zum Loire-Radweg geht es dann im Cher-Tal die wenig befahrene D40 entlang. Ab St.-Martin-le-Beau findet man wieder Radwegweiser Richtung Tours bis ungefähr Les Vallées. Dort endet die Beschilderung. Möchte man Tours nur durchqueren, so sollte man an die Cher fahren. Dort gibt es am südlichen Ufer einen Uferweg, der erst unbefestigt, dann asphaltiert ist und automatisch wieder in den Loire-Radweg übergeht.

Zwischen Montsoreau und Gennes wird der beschilderte Radweg bergauf, bergab durch die Weinberge geführt. Dies ist bis Saumur auch sinnvoll, weil dort die Uferstraße stark befahren ist. Ab Saumur kann man aber auch gut die Landstraße benutzen. Ab Gennes ist die Beschilderung dann wieder sinnvoll. Für die Ein/Ausfahrt nach Angers empfiehlt sich ein schöner Radweg am rechten Ufer der Maine. In Epire führt, nachdem man einen Berg erklommen hat, ein Radwegweiser sofort wieder ans Ufer zurück, wo man dann vor einem Schild "Wegweisung in Vorbereitung" stehen bleibt. Einfach den unbefestigten Weg zwischen Loire und Eisenbahn entlangfahren, am Ende landet man wieder auf asphaltiertem und beschildertem Weg.

Zwischen Ancenis und Mauves gibt es noch keine Beschilderung. Von Ancenis aus immer zwischen Loire und Bahnlinie bleiben (Rue Antoinett de Bruc), bis es nicht mehr weiter geht. Dann unter der Bahn hindurch und in Oudon die Loire kreuzen. Auf der D751 die Serpentinen hinauf bis zu den ersten Häusern. Dort nach rechts dem Wanderwegweiser folgen, 18% Gefälle, dann im Tal bleiben, bis man hinter dem Sportplatz wieder auf die D751 stößt, schließlich in St. Simon wieder auf die andere Loireseite wechseln. Ab hier der Wegweisung Nantes folgen. In Nantes die straßenbegleitenden Radwege und Busspuren nutzen. Das geht relativ problemlos.

Nantes - Atlantik (Loire, La Loire à Vélo, EuroVelo 6)

Die Ausfahrt aus Nantes ist häßlich, aber beschildert. Durch Industriegebiete geht es zur Fähre in Couëron. Es scheint auch eine schönere Route am linken Ufer zu geben, die über Bougenais und La Montagne führt. Zumindest fanden wir später entsprechende Schilder. Nach der Fähre geht der Radweg sehr schön an einem alten Kanal entlang bis nach Paimbœuf. Ab hier verspricht der bikeline-Führer einen asphaltierten Weg am Ufer entlang. Gelogen! Es handelt sich um einen Trampelpfad am Deich.

Die Brücke von St. Nazaire bildet den Abschluss des Loire-Radwegs und die Mündung der Loire. Der bikeline-Führer warnt zwar vor heftigem Verkehr, leitet aber über die Brücke, dann durch St. Nazaire bis nach La Baule. Nach Auskunft des Touristenbüros fährt im Sommer ein Pendelbus für Radler über die gefährliche Brücke (vierspurig mit 50cm Seitenstreifen). Im September natürlich nicht mehr. Wir sind deshalb in St.-Brevin-les-Pins südlich abgebogen. Hier kann man sehr schön am Meer entlang fahren, beispielsweise bis Tharon-Plage, und man hat genauso das offene Meer vor sich wie in La Baule, spart sich aber die Brücke.

Fazit

Eine Durchquerung Frankreichs von Ost nach West (oder umgekehrt) ist auf dem EuroVelo 6 sehr einfach und macht viel Spaß. Weil die Strecke ausnahmslos Flüssen und Kanälen folgt, sind kaum Höhenmeter zu bewältigen. In den touristisch erschlossenen Gebieten wie dem Loiretal zwischen Orléans und Nantes oder entlang der Kanäle gibt es überwiegend gute Radwege, die auch zumeist vernünftig ausgeschildert sind. Im Doubstal sowie entlang der Saône sind weitere Radwege im Bau. Noch viel zu beschildern gibt es im Loiretals zwischen Digoin und Orléans. Eine geeignete Strecke zu finden, ist mit passendem Kartenmaterial nicht schwer, nur dass beispielsweise die Wirtschaftswege an den Kanälen und Flüssen auch in den IGN 100-Karten oft nicht eingezeichnet sind. Es wäre sehr hilfreich, wenn die Strecke des EuroVelo 6 schon einmal mit Aufklebern beschildert wäre, wie es bei Vers la mer der Fall ist.

Wo Radwege fertig gestellt sind, sind sie in sehr gutem Zustand und perfekt beschildert. Allerdings ist diese Perfektion auch ein Problem, denn nur der perfekte Weg wird auch beschildert. Fast perfekte Wege, vielleicht eine ruhige Landstraße oder ein unbefestigtes Stück, werden nicht beschildert. Lobenswert, aber wirklichkeitsfern sind die Bemühungen, Reiseradler vor dem Autoverkehr zu schützen. In den größeren Städten gibt es die üblichen Schutzmaßnahmen wie merkwürdige Abbiegevorschriften, unpassierbare Umlaufsperren, Schranken usw., das ist man aus Deutschland gewohnt. Wenn aber Reiseradler steil in die Berge geschickt werden, nur weil die Talstraße (noch) keinen Radweg hat, ist das nicht mehr lustig.

Landschaftlich bekommt man von den Vogesen über das tief eingeschnittene Tal des Doubs und die Weinberge des Burgund bis zu den Sandstränden des Atlantiks viel geboten. Besonders die Gärten und Schlösser der Loire verlangen einige Extratage, in denen weniger Kilometer gemacht werden. Aber auch darüber hinaus gibt es an vielen Stellen etwas zu entdecken oder zu besichtigen, von der Champignonzucht bis zum Känguruhgarten. Gemeinhin wird der September als ideale Reisezeit empfohlen, weil es dann nicht mehr so heiß ist. Allerdings muss man im September bereits damit rechnen, dass viele Campingplätze, Hotels oder Restaurants bereits geschlossen haben oder nur noch über eingeschränkte Leistungen verfügen.

Schäden: Je ein Plattfuß vorn und hinten, eine gebrochene Dynamohalterung am Einzelrad, ein paar verlorene Teile, die nicht fest genug geschnallt waren und sich auf den Holperstrecken vom Rad verabschieded haben

Einen ausführlichen Tourenplan, Informationen über die benutzten Hotels/Pensionen sowie Streckenempfehlungen schicke ich gern per Email, wenn Interesse besteht und ich die Zeit dazu finde.

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